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Söckinger Bürger wehren sich zu Recht
Geschrieben von: ane   

Leserbrief zum Artikel von Sonja Niesmann 'Söckinger beharren auf anderem Standort' in der Starnberger SZ vom 23.4.2010

 

Söckinger Bürger wehren sich zu Recht

Ob Frau Niesmann und ich auf derselben Bürgerversammlung waren? Dass niemand auf dem Podium sprechen konnte ohne, wie sie schreibt, 'von Zwischenrufen unterbrochen zu werden, Pfiffe oder höhnisches Lachen zu ernten', habe ich nicht so erlebt. Es gab einige Zwischenrufe - und zwar berechtigte. So glaubte beispielsweise der Vertreter des Innenministeriums, die Bürger mit einer längeren Präsentation von der Notwendigkeit des BOS-Funks überzeugen zu müssen. Ja hat er sich denn im Vorfeld nicht mit dem Anliegen der Söckinger Bürger beschäftigt? Wir unterstützen doch den neuen digitalen Funk für Sicherheitsbehörden und Rettungsdienste, jedoch nicht von einem Funkmasten aus, der nur 70 Meter neben der Wohnbebauung steht. Wer vom Podium aus kundtut, dass man den Funkmast nun 10 Meter, also 'deutlich weiter' nach hinten verlegen will, der macht sich vor mündigen Bürgern lächerlich und wird zu Recht ausgelacht. Dass die fast 500 Söckinger Bürger weder beruhigt noch gar überzeugt werden konnten, lag auch daran, dass die Fachleute ihr Fachwissen weder Bürger-gerecht noch leicht verständlich transportieren konnten. Ein paar schlecht lesbare Charts aus Präsentationen, die vor Fachleuen sicher schon mehrfach gehalten wurden, und viele Details sind nicht geeignet, uns Bürgern ihre berechtigten Sorgen zu nehmen. Ernüchternd war zudem, dass von den angeblich vier für Starnberg überprüften BOS-Standorten offensichtlich nur der Alersberg ernsthaft geprüft worden ist. Einen Alternativplan, falls der Alersberg aus irgendeinem Grund als Standort ausfallen könnte, hat weder das Innenministerium noch das von ihm beauftragte Unternehmen Telent. Den Bürgern drängt sich der Verdacht auf, dass hier eine preiswerte und scheinbar einfache Lösung schnell durchgedrückt werden sollte. Gegen eine Standortentscheidung, die nur den Interessen das Landes dient und die Anwohnerinteressen aus und vor lässt, wehren wir Bürger uns - zu Recht.


Dr. Herbert Lippmann, Söcking